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Aktuelles und Termine

Vertrag zur Erweiterung der Klärschlammvergasungsanlage unterzeichnet

Am 15.10.2009 unterzeichneten der Verbandsvorsitzende des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen, Oberbürgermeister Helmut Reitemann sowie die Geschäftsführer der Kopf Klärschlammverwertungs-GmbH & Co. KG, Dietmar Anders und Christian Burgbacher, den Vertrag zur Erweiterung der Balinger Klärschlammvergasungsanlage. Ende 2010 sollen durch die Erweiterung der Anlage insgesamt 2.200 Mg getrockneter Klärschlamm bzw. 6.700 Mg Presschlamm pro Jahr verwertet werden.

Die Erweiterung Klärschlammvergasungsanlage ist Teil des vom Ingenieurbüro Dr.-Ing. W. Götzelmann & Partner GmbH entwickelten Projektes zur gemeinsamen Klärschlammverwertung für die Mittelbereiche Balingen und Hechingen, bei dem auch die Städte Hechingen, Bisingen, Geislingen, Rosenfeld und der Gemeindeverwaltungsverband Oberes Schlichemtal beteiligt sind. Eine Schlüsselkomponente des Verfahrens ist der Vergasungsreaktor, in dem in einer stationären Wirbelschicht bei Temperaturen von bis zu 900°C aus dem getrockneten Klärschlamm ein brennbares Gas entsteht. Es wird in der Rohgasquenche abgekühlt und dann durch Filtern und Trocknen weiter aufbereitet. Aus diesem Gas werden in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt, welche wiederum direkt zu Klärschlammtrocknung verwendet werden kann. Nach einer Verweilzeit von etwa 30 Minuten im Reaktor verbleibt vom Klärschlamm nur noch ein inertes Granulat. Es hat einen hohen Gehalt an wertvollem Phosphor, der mit neuen Verfahren extrahiert und anschließend zu Düngemittel verarbeitet werden kann. Das Balinger Endprodukt wird deshalb auch in einer Monodeponie eingelagert, um diese wertvolle Phosphorrückgewinnung zukünftig zu ermöglichen. Letztlich übrig bleibt ein Mineralgranulat, das als Zuschlagstoff zur Herstellung von Asphalt und als Verfüllmaterial im Straßen- und Tiefbau hervorragende Einsatzmöglichkeiten bietet. Das Verfahren stellt deshalb eine nachhaltige und zugleich wirtschaftlich sinnvolle und umweltverträgliche Verwertungsmöglichkeit von Klärschlamm dar.

Entwickelt wurde das Verfahren von der Firma Kopf aus Sulz und fand im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojektes im Jahre 2002 erstmals seine Verwendung auf der Kläranlage Balingen. Die in den vergangenen Jahren gesammelten Daten und Erfahrungen waren wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung der Klärschlammvergasungsanlage. Derzeit wird eine weitere Anlage in Mannheim gebaut. Noch zwei weitere Anlagen befinden sich im Genehmigungsverfahren, davon eine im Ausland. Für dieses Verfahren besteht weltweit Interesse. So waren bereits viele Besucher aus allen Kontinenten auf der Anlage in Balingen. Die Firma Kopf unterhält in Balingen einen Fertigungsstandort, in dem alle wesentlichen Komponenten gefertigt werden.

Der Zusammenschluss der Kläranlagenbetreiber und die Verwertungsart fanden auch beim Land Baden-Württemberg Anerkennung, welches das Projekt deshalb mit insgesamt 715.000 € bezuschusst. Mit der Übernahme der Kopf GmbH's durch die Sülzle-Gruppe aus Rosenfeld wird das innovative Verfahren durch einen starken Partner in der Region weitergeführt und ausgebaut. Der Verbund mit der Sülzle Gruppe ermöglicht es der Firma Kopf diese Technologie zum Erfolg zu führen und weltweit zu vermarkten.

Im Bild: Verbandsvorsitzender Oberbürgermeister Helmut Reitemann, Geschäftsführer der Helmut Sülzle GmbH, Heinrich Sülzle, Dr.-Ing. Reinhold Rölle vom Ingenieurbüro Dr.-Ing. W. Götzelmann & Partner GmbH und die Geschäftsführer der Kopf Klärschlammverwertungs-GmbH & Co KG, Christian Burgbacher und Dietmar Anders

Klärschlammvergasungsanlage wird erweitert Vertragsunterzeichnung

Baubeginn für gemeinsame Klärschlammverwertung

Offizieller Baubeginn für gemeinsame Klärschlammverwertung

Spatenstich auf der Balinger Kläranlage

Klärschlämme der Kläranlagen des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen, Hechingen, Bisingen, Geislingen, Rosenfeld und Oberes Schlichemtal werden zukünftig auf der Kläranlage Balingen verwertet. Eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur gemeinsamen Klärschlammverwertung haben die Kommunen bereits abgeschlossen. Am Mittwoch, 10. Juni 2009 wurde mit dem Spatenstich die Bauphase offiziell eingeleitet. 

Für dieses gemeinsame Projekt muss vor allem die Kapazität der Schlammtrocknung und der Klärschlammvergasung auf der Balinger Kläranlage erweitert werden.

 

Der Verband rechnet mit einer Gesamtkostensumme von rund drei Millionen Euro, von denen 715.000 € vom Land als Zuschuss genehmigt sind.

Aus der eigenen Schlammerzeugung des Zweckverbandes und den Schlämmen der Partnergemeinden werden bis zu 5600 Tonnen Pressschlamm pro Jahr die Wärmetrocknung durchlaufen. Übrig bleiben nach der Trocknung noch 2200 Tonnen getrockneter Schlamm. Dieser kommt in die Schlamm-Vergasungsanlage und dient so direkt der Wärmeerzeugung. Die Vergasungsanlage kann bislang eine Kapazität von 1400 Tonnen Trockenschlamm verarbeiten. Sie wird um die fehlende Kapazität aufgerüstet.

Der Verbandsvorsitzende, Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann würdigte beim Spatenstich besonders den innovativen Aspekt an der zukünftigen Klärschlammverwertung. Dieser liegt in der Wärmenutzung aus der Klärschlammvergasung. Ein Großteil der für die Klärschlammtrocknung notwendigen Wärme kann aus der Vergasung des Klärschlammes selbst gewonnen werden. Die noch fehlende Energie zur Klärschlammtrocknung soll nach dem Willen des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen mittelfristig durch die Erhöhung der Faulgasproduktion gewonnen werden, so dass auf den Bezug von Fremdenergie ganz verzichtet werden kann.

Der Verbandsvorsitzende verwies zudem nachdrücklich auf die sichere Preiskalkulation bei diesem gemeinsamen Projekt und die Möglichkeit der Rückgewinnung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors, welches das Verfahren möglich macht.

Mit der Fertigstellung der Erweiterungsanlage ist im Laufe des Jahres 2010 zu rechnen.

Spatenstich

Nächste Sitzung der Verbandsversammlung

Die nächste Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen findet am

Dienstag, 7. Dezember 2010, 17:00 Uhr

auf der Kläranlage Balingen, im Sitzungssaal des Zweckverbandes, Mühlhalde 3, 72336 Balingen statt.

Die öffentliche Tagesordnung wird rechtzeitig mitgeteilt.