PRESSEBERICHT zur Sitzung des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen 13.07.2026
Am 13. Juli tagte die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abwasserreinigung im Sitzungssaal auf der Kläranlage Balingen unter der Leitung von Balingens Oberbürgermeister und Verbandsvorsitzenden Dirk Abel.
Wirtschaftsplan 2026 durch Regierungspräsidium genehmigt
Der Wirtschaftsplan 2026, den die Verbandsversammlung im Frühjahr beschlossen hat, wurde vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Diese erfreuliche Nachricht konnte der Verbandsvorsitzende vermelden. Die zahlreichen Maßnahmen und Großprojekte können nun in die weitere Umsetzung gehen.
Aktuelle Informationen zum Jahresabschluss 2025
Verbandsrechner Jürgen Eberle informierte mit aktuellen Zahlen zum Jahresabschluss 2025 des Zweckverbandes. Sowohl für die Betriebs- als auch für die Investitionskosten der Kläranlage entrichten die Mitglieder eine Umlage an den Verband. Die Höhe der Umlagen richtet sich nach der prozentualen Höhe der von den einzelnen Mitgliedern eingeleiteten Abwassermenge. Die Stadt Balingen trägt mit rund 78 % den größten Anteil. Die Verbandsumlage fiel mit 2,76 Mio. € etwas geringer aus als im Vorjahr. Gründe sind geringere Kosten in der Unterhaltung, im Energiebezug und bei der Klärschlammverwertung. Neben der Umlage für die Betriebskosten wird auch eine Umlage für die Abschreibungen erhoben (1,1 Mio. €) sowie eine Umlage für die Zinsen der Fremdfinanzierung (190.000 €).
Einen großen Ausgabeblock stellen die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten (1,2 Mio. €) sowie Kosten für Unterhaltungsmaßnahmen (410.000 €) am Klärwerk dar. Die über 40 Jahre alten Betriebsanlagen erfordern einen stetigen Unterhaltungsaufwand. Die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen auf 900.000 €. Investiert hat der Verband im letzten Jahr weiterhin schwerpunktmäßig in die Modernisierung der Anlagen wie Regenüberlaufbecken, Nachklärbecken sowie Modernisierung der Betriebstechnik und Biologie im Rahmen des Ausbaus zur vierten Reinigungsstufe.
Der Schuldenstand des Verbandes lag Ende 2025 bei 8,6 Mio. €. Dieses Maß der Verschuldung sei angesichts der großen Projekte des Verbandes notwendig und vertretbar, betonte Verbandrechner Eberle. Aktuell sind die Vorbereitungen zum Anschluss der Kläranlagen Binsdorf-Erlaheim sowie Rosenfeld in vollem Gange. Die Aufnahme der neuen Mitglieder wurde von der Verbandsversammlung beschlossen und in der Verbandssatzung verankert.
Großprojekte prägen Arbeit im Verband – überplanmäßige Ausgaben genehmigt
Großprojekte und Umbaumaßnahmen zu einer hochleistungsfähigen Kläranlage prägen die Arbeit im Verband. Vor der Sitzung fand eine Besichtigung der Baustellen auf der Kläranlage statt. Einzelne Maßnahmen werden teurer, überplanmäßige Ausgaben mussten genehmigt werden. So fallen die Kosten für die Elektrotechnik beim Ausbau der vierten Reinigungsstufe höher aus als geplant. Es kommt zu Mehrkosten von 176.000 €, bei neuem Gesamtanschlag von 569.000 €. Gründe sind Preissteigerungen und ein erweiterter Leistungsumfang, auch aus Gründen der Betriebssicherheit -bei Messtechnik, Fällmittelstation und Schneckenhebewerk.
Auch die elektrotechnische Ausrüstung des Regenüberlaufbeckens auf der Kläranlage wird um ca. 60.000 € teurer. Die aktualisierte Kostenberechnung liegt bei 230.000 €. Grund sind Preissteigerungen, umfangreichere Ausstattung und Betriebssicherheit. Die überplanmäßigen Ausgaben wurden von der Verbandsversammlung genehmigt.
Der Termin für die nächste Sitzung der Verbandsversammlung ist Montag, 16. November 2026. Die öffentliche Tagesordnung wird bekannt gegeben. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind wie immer recht herzlich dazu eingeladen. Die einzelnen Tagesordnungspunkte können rechtzeitig vor der Sitzung dem Kreisamtsblatt entnommen werden. Ebenso sind sie im Internet auf der Homepage des Zweckverbandes www.klaeranlage-balingen.de abrufbar.
PRESSEBERICHT
zur Sitzung des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen
Am 20. April fand die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden und Balinger OB Dirk Abel statt.
Verwertung von Press- und Trockenschlamm
Jahresauftrag für Abfuhr vergeben
Aufgrund großer Schlammmengen muss gepresster und getrockneter Schlamm abgefahren werden. Der Auftrag für die Abfuhr war ausgeschrieben. Der Zuschlag ging an die günstigste Bieterin, die Fa. MSE GmbH aus Karlsbad-Ittersbach. Gegenüber den Vorjahren sind die Kosten für Schlammabfuhr um 13% gesunken. Die stoffliche Verwertung des Schlamms für Rekultivierung / Kompostierung ist aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht mehr möglich.
Dirk Abel als Verbandsvorsitzender bestätigt
Der Balinger Oberbürgermeister Dirk Abel wurde für weitere fünf Jahre zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Die Verbandsversammlung bestätigte ihn einstimmig im Amt. Dirk Abel dankte für das Vertrauen und freut sich, diese Aufgabe weiterhin wahrnehmen zu dürfen. Balingen als größte Verbandsgemeinde stellt üblicherweise den Oberbürgermeister als Vorsitzenden des Verbandes.
Aktuelles aus dem Betriebs- und Gewässerschutzbericht 2025 der Kläranlage
Gute Reinigungsleistung der Kläranlage - Gewässerschutzvorgaben eingehalten
Das Jahr 2025 war geprägt durch eine trockene Sommerperiode. Insgesamt war 2025 ein eher trockenes Jahr - im Vergleich zum Vorjahr, das aufgrund langandauernder Regenwetterperioden als nasses Jahr galt. In 2025 wurden 8.937.910 m³ Abwasser auf der Kläranlage Balingen behandelt – im Vergleich zum Vorjahr eine Reduzierung um 21,1 % der zu behandelnden Jahresabwassermenge und 29,2 % weniger Regenspende. In der Verbandskläranlage Balingen wird das Abwasser der Mitgliedsgemeinden Balingen, Geislingen, Dotternhausen, Dormettingen und Albstadt-Laufen behandelt.
Die geringere Regenwassermenge wirkt sich auch auf den Fremdwasseranfall aus – dieser ist ebenfalls gesunken. Bei den amtlichen Probeentnahmen wurden die Grenzwerte sämtlicher untersuchter Abwasserparameter im Ablauf der Kläranlage eingehalten. Die Reinigungsleistung der Kläranlage Balingen sei nach wie vor gut, betonte Daniel Mignat vom Ingenieurbüro sweco. Lediglich die Stickstoffelimination war aufgrund der anhaltenden Sanierungsmaßnahmen der biologischen Stufe sowie dem SBR-Reaktor und dem Bau der 4. Reinigungsstufe beeinträchtigt. Im Jahr 2025 sind durch die Baumaßnahmen zeitweise Überlastungen aufgetreten, die aber durch die Fahrweise der Kläranlage sehr gut abgepuffert werden konnten.
Energiebedarf der Kläranlage
Die Kläranlage Balingen hat im Jahr 2025 rund 1.77 MWh an elektrischer Energie verbraucht und damit etwa 25 % weniger als im Vorjahr. Etwa 560.000 kWh wurden von den Stadtwerken bezogen. Das ist deutlich weniger als noch im Vorjahr – der Grund: die Steuerung der Belüftungsanlage der biologischen Stufe wurde fertiggestellt. Insgesamt wurden 2025 mit dem BHKW 791.000 kWh Strom erzeugt. Durch Erneuerung der Regelungstechnik der biologischen Stufe ist der Stromverbrauch der Kläranlage deutlich zurückgegangen. So konnten in 2025 rund 350.000 kWh Strom durch die neue Verfahrenstechnik eingespart werden. Die Errichtung weiterer PV-Anlagen wird ebenfalls zur anvisierten Energieneutralität beitragen.
Große Bau- und Sanierungsmaßnahmen prägten das Betriebsjahr 2025 - Bau der neuen Gebläsestation mit elektrotechnischer Ausrüstung, Sanierung des Regenüberlaufbeckens der Kläranlage und die Sanierung des Verbandssammlers. Durch die Baumaßnahmen auf der Kläranlage und in deren Einzugsgebiet wurde der Betrieb im Jahr 2025 erheblich beeinflusst. Dadurch waren ein deutlich höherer Arbeitseinsatz sowie erhöhte Aufmerksamkeit des Betriebspersonals erforderlich. Das Team der Kläranlage habe die Situation unter schwierigen Bedingungen hervorragend gemeistert, lobten sowohl das betreuende Ingenieurbüro als auch die Gewässerschutzbeauftragte. Der Verbandvorsitzende Abel dankte im Namen aller für diesen Einsatz. Mit Zuversicht werde man gemeinsam die großen Aufgaben der kommenden Jahre angehen. Der Umwelt- und Gewässerschutz liege beim Zweckverband in guten Händen, insbesondere auch aufgrund der Kompetenz und des Engagements des Kläranlagen-Personals.
Die Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb sind für die Kläranlage eine große Herausforderung. Zudem sind die neuen Grenzwerte aus der wasserrechtlichen Genehmigung zu beachten und einzuhalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen EU-Vorgaben auf die Arbeit in der Kläranlage auswirken.
Haushalt des Zweckverbandes für 2026 ist beschlossen
Der Haushalt 2026 für den Zweckverband Abwasserreinigung Balingen wurde von der Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. Der Wirtschaftsplan geht im Erfolgsplan mit Erträgen und Aufwendungen von 5,775 Mio. € aus. Im Liquiditätsplan mit Investitionsprogramm sind alle voraussichtlichen Einnahmen und zu leistenden Ausgaben aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit enthalten. Die Kreditermächtigung liegt bei 3,13 Mio. €.
Sowohl für die Betriebskosten als auch für die Investitionskosten entrichten die Mitglieder eine Umlage an den Verband. Die Höhe der Umlage richtet sich nach der prozentualen Höhe der von den einzelnen Mitgliedern eingeleiteten Abwassermenge. Die Stadt Balingen trägt mit rund 78 % den größten Anteil.
Die Verbandsumlagen bleiben in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In 2026 liegt die Betriebskostenumlage bei 2,965 Mio. €. Seit mehreren Jahren gibt es auch eine Umlage für die Zinsen der Fremdfinanzierung – in 2026 sind es 360.000 €. Die Abschreibungsumlage liegt bei 1.195.000 €.
Die Anforderungen an die Reinigungsstandards der Kläranlage werden höher, dies wirkt sich auch auf die Unterhaltungs-, Bewirtschaftungs- und Personalkosten aus. Einen großen Ausgabeblock stellen im laufenden Jahr wiederum die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten (1,308 Mio. €) dar sowie Kosten für Unterhaltungsmaßnahmen am Klärwerk (598.000 €). Die Personalkosten schlagen mit rund 1 Mio. € zu Buche.
Den Strombezugskosten kommt im Klärbetrieb eine Schlüsselrolle zu. Sie können mit der betrieblichen Steuerung der Anlage (Verstromung Eigengasproduktion, Betrieb und Verrechnung thermische Klärschlammverwertung, Rückeinspeisung) stark variieren. Hinzu kommen in neuerer Zeit noch die Auswirkungen der Energiewende und der weltpolitischen Verwerfungen. Mit dem Abschluss neuer Lieferverträge konnten die Kostenspitzen der Jahre 2022 und 2023 wieder eingefangen werden. Außerdem machen sich die stetigen Bemühungen zur Einsparung von Energie bemerkbar. Der Ansatz liegt bei 200.000 € (Vorjahr 220.000 €).
Investieren wird der Verband in diesem Jahr weiterhin schwerpunktmäßig in die Modernisierung der Anlagen – Maßnahmen bei der Betriebstechnik und der Reinigungsleistung der Kläranlage, Sanierung der Regenbecken sowie Erweiterung um eine vierte Reinigungsstufe. Zudem wird eine neue Heizzentrale gebaut, deren Planung in der Sitzung vorgestellt wurde – voraussichtliche Kosten von 2,38 Mio. €.
Der Schuldenstand des Verbandes liegt nach den Plandaten 2026 bei 10,77 Mio. €. Er erhöht sich nochmals deutlich gegenüber den Vorjahren. Dieses Maß der Verschuldung sei angesichts der laufenden und anstehenden großen Projekte unumgänglich, aber vertretbar, betonte Verbandrechner Eberle.
Vergabe von Aufträgen – Ermächtigung des Verbandsvorsitzenden
Für die Vergabe folgender Aufträge wurde der Verbandsvorsitzende ermächtigt:
- Bauabschnitt 1 der PV-Anlage – Tiefbau und Mittelspannungsanlage
- Elektrotechnik Regenüberlaufbecken Kläranlage
- Solare Trocknung Rohbau
- Sanierung biologische Stufe - Stahlbauarbeiten
Zudem wurden von der Verbandsversammlung Ingenieursleistungen (Nachtrag) für die Sanierung der biologischen Stufe – SBR-Reaktor vergeben.
Die nächste Sitzung der Verbandsversammlung findet am 13. Juli statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind wie immer recht herzlich dazu eingeladen. Die einzelnen Tagesordnungspunkte können rechtzeitig vor der Sitzung dem Kreisamtsblatt entnommen werden. Ebenso nachzulesen sind sie im Internet auf der Homepage des Zweckverbandes www.klaeranlage-balingen.de
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